EISENBAHN-CERT [EBC]



Infrastruktur

Systembereich 71

Systembereich 71Quelle: © EBC

Für das Teilsystem Infrastruktur stehen drei Technische Spezifikationen für die Interoperabilität (TSI) zur Verfügung. Die TSI „Infrastruktur“ (INF) für das transeuropäische Hochgeschwindigkeitsbahnsystem trat am 01.12.2002 in Kraft und ist seit 01.07.2008 in ihrer überarbeiteten Fassung anzuwenden. Die TSI „Sicherheit in Eisenbahntunneln“ (SRT) und die TSI „für eingeschränkt mobile Personen“ (PRM) gelten sowohl für das transeuropäische Hochgeschwindigkeitsbahnsystem als auch für das konventionelle transeuropäische Eisenbahnsystem und traten beide am 01.07.2008 in Kraft.

Das EG-Prüfverfahren für das Teilsystem Infrastruktur gliedert sich grundsätzlich in drei Phasen:

  • Detaillierter Entwurf
  • Ausführungsplanung
  • Bauausführung, kurz vor Inbetriebnahme.

In der ersten Phase „Detaillierter Entwurf“ werden alle planfeststellungsrelevanten TSI-Anforderungen bewertet. Der Abschluss dieser Phase ist in Deutschland Voraussetzung für die Erteilung der planungsrechtlichen Zulassungsentscheidung durch das Eisenbahn-Bundesamt.

In der zweiten Phase „Ausführungsplanung“werden alleweiteren Entwurfsparameter sowie mögliche Änderungen der bereits betrachteten Parameter bewertet. Nach erfolgreichem Abschluss dieser Phase können wir auf Wunsch des Antragstellers ein Zertifikat EG-Zwischenprüfbescheinigung” ausstellen,welches den Abschluss der Entwurfsphase darstellt.

Die dritte Phase „Bauausführung, kurz vor Inbetriebnahme“ beinhaltet die Bewertung aller abnahmerelevanten TSI-Anforderungen. Im Bereich der TSI PRM sind zusätzlich einige Parameter unter Betriebsbedingungen zu bewerten. Nach erfolgreichem Abschluss der letzten Phase erteilen wir das Zertifikat „EG-Konformitätsbescheinigung”.

Seit Inkrafttreten der TSI „Infrastruktur“ konnten wir bereits im Jahr 2004 EG-Konformitätsbescheinigungen unter anderem für den Ausbau der Strecke Hamburg - Berlin und den Neubau der Strecke Karlsruhe - Basel mit dem Abschnitt Rastatt (Süd)- Ottersweier ausstellen.

Rechtzeitig zur Fußball-WM in Deutschland im Jahr 2006 stellten wir EG-Konformitätsbescheinigungen für den Ausbau der Strecke Berlin - Leipzig, den Neubau der Strecke Nürnberg - Ingolstadt und den Neu- bzw. Ausbau des Eisenbahnknotens Berlin einschließlich des neuen Berliner Hauptbahnhofs ausgestellt.

In den Jahren 2007 und 2008 schlossen wir für eine Vielzahl von Projekten die Phase „Detaillierter Entwurf” ab. Dazu wurden mehrere EG-Konformitätsbescheinigungen für Teilsysteme ausgestellt.

Zurzeit bearbeiten wir deutschlandweit zahlreiche EG-Prüfverfahren, u.a.:


Im Bereich Nord:

  • Ausbau der Strecke Stelle - Lüneburg (Dreigleisigkeit),
  • Ausbau der Strecke Hamburg - Lübeck (mehrere Abschnitte).

Im Bereich Ost:

  • Ausbau der Strecke Rostock - Berlin (mehrere Abschnitte),
  • Schienenanbindung des Flughafens Berlin Brandenburg International,
  • Ausbau der Dresdner Bahn (Abschnitt Südkreuz - Blankenfelde),
  • Ausbau der Strecke Berlin -Dresden (mehrere Abschnitte).


Im Bereich Südost:

  • Neubau der Strecke Ebensfeld - Erfurt - Halle/Leipzig,
  • Ausbau der Strecke Leipzig -Dresden (mehrere Abschnitte).


Im Bereich Mitte:

  • Neubau der Strecke Rhein/Main - Rhein/Neckar.


Im BereichWest:

  • Ausbau der Strecke Oberhausen - Emmerich (mehrere Abschnitte),
  • Ausbau der Strecke Köln - Aachen/Bundesgrenze (mehrere Abschnitte).


Im Bereich Südwest:

  • Neubau der StreckeWendlingen - Ulm,
  • Ausbau der Strecke Saarbrücken - Ludwigshafen (POS Nord),
  • Aus- / Neubau der Strecke Appenweiher - Kehl (POS Süd),
  • Aus- / Neubau der Strecke Karlsruhe - Basel (Abschnitt Buggingen - Basel).


Im Bereich Süd:

  • Ausbau der Strecke Nürnberg - Ebensfeld,
  • Ausbau der Strecke Augsburg - Olching,
  • Ausbau der Strecke München - Mühldorf - Freilassing.

In allen Regionalbereichen führen wir zudem eine Vielzahl von EG-Prüfungen für Einzelmaßnahmen durch.

Auch für das konventionelle transeuropäische Eisenbahnsystem haben wir bereits mehrere EG-Prüfungen für Tunnel und Bahnhöfe bzw. Haltepunkte begonnen.

Im Bereich der Zertifizierung von Interoperabilitätskomponenten konnten wir bereits zahlreiche Zertifikate für die Interoperabilitätskomponenten Weichen, Schwellen und Schienenbefestigungen ausstellen. Dabei werden diese Interoperabilitätskomponenten im Schotteroberbau und auf Fester Fahrbahn auch in anderen EU-Mitgliedstaaten eingesetzt, wie z. B. in ( zu sehen beim Einbau einerWeiche auf der Neubaustrecke HSL ZUID in den Niederlanden.

Wir haben mit den abgeschlossenen EG-Prüfverfahren das umfassende Know-how, die Kompetenz und Zuverlässigkeit nachgewiesen, die wir für die bevorstehende Umsetzung der TSI Infrastruktur für das konventionelle transeuropäische Eisenbahnsystem in kompetenter Zusammenarbeit mit den Assoziierten Partnern, den Infrastrukturbetreibern, den Herstellern von Interoperabilitätskomponenten und den nationalen Aufsichtsbehörden nutzen und erweiternwerden.

Bild 1Bild 1: Neubaustrecke Nürnberg - Ingolstadt

Bild 2Bild 2: Ausbaustrecke Köln - Aachen/Bundesgrenze, “Buschtunnel”

Bild 3Bild 3: Weiche auf der Neubaustrecke HSL Zuid

Zusatzinformationen

Systembereichsleiterin

Frau Karin Dannheisig-Lehr

Frau Karin Dannheisig-Lehr
Telefon: +49 (0) 228 / 9826 - 710
Fax: +49 (0) 228 / 9826 - 711
E-Mail:  DannheisigK@eba.bund.de

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